Feuerwerk fotografieren: Meine ersten Schritte

Feuerwerk Gartenschau Horb - Bild 4

Wie ihr vor ein paar Tagen vielleicht gesehen habt, war ich in Horb auf der Gartenschau unterwegs, um das Feuerwerk dort zu fotografieren. Es war mein erster Versuch mit einem Feuerwerk und ich möchte euch einfach ein paar Dinge sagen, wie ich die Bilder gemacht habe und auf was ich das nächste Mal eher achten sollte. Vielleicht kann ich ja dem ein oder anderen noch ein paar Tipps auf den Weg geben.

Vor dem eigentlichen Feuerwerk

Beim Feuerwerk ist es nicht getan einfach an die Location zu gehen und mal eben schnell ein paar Bilder zu schießen. Es bedarf einer gewissen Vorbereitung und dies sollte auf jeden Fall in der Zeitplanung berücksichtigt werden.

Die richtige Location finden:

Als Ortskundiger hat man hier klare Vorteile und kann sich schon Tage zuvor Gedanken dazu machen, wo man sich aufstellt um Fotos zu machen. Hat man eine etwas längere Anreise, so ist das mit Vorabbesuchen vor Ort oftmals schwierig. Die folgenden Punkte sollte man bei der Suche nach einem geeigneten Standort zum Aufnehmen des Feuerwerks berücksichtigen.

  • Ein freies Blickfeld auf das Feuerwerk (dazu muss man ungefähr wissen, wo die Feuerwerkskörper explodieren werden)
  • Wenige Personen im Umkreis, da man mit Stativ arbeitet und nicht immer Leute an das Stativ stoßen sollen
  • Stabiler Untergrund, da das Stativ ansonsten verwackeln oder wegrutschen kann
  • keine hellen Lichtquellen, die in das Objektiv strahlen
  • Evtl. noch einen schönen Vordergrund, der vielleicht auch noch mit auf das Motiv passt, z.B. eine beleuchtete Altstadt oder ähnliches

Bei der Wahl meiner Location hatte ich keine Möglichkeit mir das Gelände an einem früheren Tag anzuschauen, deshalb bin ich auch ein paar Stunden früher losgegangen. Der gewählte Platz hat sich jedoch als sehr gut erwiesen, da keine weiteren Personen dort waren. Ich hatte totale Ruhe und konnte alles schön aufbauen. Leider war die Altstadt in Horb nicht beleuchtet, weshalb alles um das Feuerwerk sehr dunkel ist. Aber ich bin dennoch zufrieden mit meinem ersten Feuerwerk.

Die benötigte Ausrüstung:

Nichts ist schlimmer, als vor Ort an der Location anzukommen und zu merken, dass man etwas vergessen hat. Natürlich hat man seine Fototasche in der Regel zuvor gepackt, aber dennoch sollte man an die folgenden Dinge für das fotografieren des Feuerwerks dabei haben:

  • Kamera mit vollen Akkus und leeren Speicherkarten
  • 1-2 Objektive, ich kann hier nur empfehlen, ein Standardzoom und ein Telezoom mitzunehmen, was aber immer auch auf die Location ankommt. Wenn man diese nicht genau kennt, dann lieber beides einpacken oder noch ein drittes hinzunehmen
  • Stativ, da die Bilder sonst nicht gehalten werden können
  • Fernauslöser, damit Verwacklungen vermieden werden können
  • Taschenlampe, welche ich leider vergessen hatte. Es ist jedoch ziemlich dunkel nachdem das Feuerwerk dann vorbei ist. Wenn man sich dann eine Location ausgesucht hat, die etwas abseits von Straßenbeleuchtung oder ähnlichem ist, kann der Rückweg doch etwas schwierig sein.

Die Einstellungen der Kamera:

Hat meine alle Sachen gepackt und eine passende Location gefunden, so sollten noch ein paar Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden, bevor wild drauf losgeknipst wird:

  • ISO auf Standardwert setzen (bei Nikon ISO 200), damit das Rauschen gering bleibt
  • Autofokus deaktivieren und manuell auf unendlich fokussieren (nach den ersten Bildern kontrollieren ob nachjustiert werden muss)
  • Die Blende zwischen 11-22 wählen, wobei 16 für die meisten Arten von Feuerwerk ideal ist (hatte ich erst im Nachhinein gemerkt und das gesamte Feuerwerk in Blende 11 fotografiert)
  • Manuellen Modus einstellen und Kamera auf BULB setzen. Die Dauer der Belichtung wird durch den Fernauslöser gesteuert
  • Fernauslöser an die Kamera anschließen und testen ob man den BULB-Modus kontrolliert steuern kann
  • RAW-Modus verwenden damit die meisten Informationen in den Bildern erhalten bleiben
  • Den Sucher wenn möglich verschließen, damit es kein Streulicht gibt

Feuerwerk Gartenschau Horb - Bild 3

Die Stunde der Wahrheit

Hat man seine Checkliste abgearbeitet ist man bereit für die ersten Feuerwerkskörper. Zu Beginn sollte man sich zunächst um einen passenden Ausschnitt kümmern, damit das Feuerwerk auch gut zu sehen ist auf dem Sensor und nicht überall abgeschnitten wird. Dies ist mir leider sehr häufig passiert, da ich einfach nicht genug kontrolliert habe. Da man nie genau weiß, wie groß die nächste Rakete explodiert und wo genau das passieren wird, ist dies schon etwas schwierig. Meine Empfehlung ist hier einen größeren Ausschnitt zu wählen und wenn nötig im Nachgang den Ausschnitt zuzuschneiden.

Der richtige Zeitpunkt zum Auslösen ist ebenfalls eine kleine Glückssache. Zu Beginn ist man noch unsicher, in welchen Abständen die Raketen abgeschossen werden und wann man den Auslöser drücken soll. Auch hier ist etwas Glück gefragt, wobei es nach den ersten paar Raketen schon ganz gut funktionieren sollte. Ich hatte immer abgedrückt, als ich die Rakete fliegen sah und kurz dachte sie wird jetzt gleich explodieren.

Der Ablauf bei der Feuerwerksfotografie ist immer gleich. Den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung erwischen, den Auslöser gedrückt halten und loslassen wenn alles im Kasten ist. Hier kann man etwas experimentieren, je nachdem ob man die Raketenschweife stärker ausgeprägt haben möchte oder nicht. Je länger belichtet wird, desto heller sind auch die Feuerwerkskörper. Man sollte es hierbei aber nicht übertreiben und das ganze Feuerwerk auf einem Bild einfangen wollen, denn dann wird das ziemlich hässlich.

Das Fotografieren eines Feuewerks ist an sich recht simpel, wenn man auf die oben genannten Punkte achtet. Zwar ist es oft sehr frustrierend, wenn das Feuerwerk an sich auch langweilig ist, aber es gibt sicherlich auch wieder andere. Man darf sich auch nicht entmutigen lassen, wenn man von einem Feuerwerk zurückkommt und nur wenige Bilder für gut empfindet. Der Ausschuss ist bei der Feuerwerksfotografie ziemlich hoch, da es viel mit Glück und Zufall zu tun hat.

Ich selbt war nach meinem ersten Feuerwerk sehr zufrieden und bin schon auf der Suche, wann das nächste in meiner Umgebung stattfinden wird.

Ein kleiner Lightroom Tipp

Gestern habe ich mir die Folge 236 von Photoshop User TV angeschaut und Matt Kloskowski hat dort einen kleinen, aber meiner Meinung nach sehr guten Tipp für Adobe Lightroom gegeben.

Bisher hat es mich immer gestört, dass die ganzen Panels im Entwicklungs-Modul von Lightroom immer offen standen und ich diese manuell minimieren musste. Es stört einfach, wenn die ganze Zeit gescrollt werden muss um endlich zu den Funktionen zu gelangen, die man braucht bzw. gerade benutzen möchte. Lightroom bietet jedoch von sich aus die Möglichkeit, dass alle Panels automatisch minimiert werden, sobald man ein anderes öffnet. Das finde ich sehr komfortabel!

Der Tipp:

Rechtsklick auf die freie Fläche unterhalb aller Panels und den Solo-Modus auswählen. Dadurch erreicht ihr, dass immer nur das aktive Panel geöffnet ist und sobald ihr ein anderes auswählt alle offenen geschlossen werden.

Adobe Lightroom - Solomodus

7 Tipps für Entenfotos

Landeanflug einer Ente
Irgendwie haben es mir die Enten im Donaueschinger Stadtpark angetan. Ich bekomm die kleinen Tierchen einfach nicht mehr los. Deshalb bin ich gestern nach der Vorlesung noch einmal bei ihnen vorbeigelaufen und versuchte mein Glück erneut, die ein oder andere vielleicht doch noch scharf auf die Kamera zu bekommen. Diesesmal sind mir zwei sehr schöne Bilder geglückt und die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Ebenso habe ich auch noch ein paar Tipps für Entenfotografie. Ok vielleicht sind es logische Tipps aber dennoch möchte ich euch ein paar Erfahrungen mitgeben. Da ich erst vor kurzem angefangen habe mit den Enten, bin ich natürlich für alle Tipps zu haben um noch ein paar bessere Fotos zu erhalten!

1. Zeit:

Du wirst viel Zeit benötigen, wenn du ein Bild von einer fliegenden/bewegenden Ente im Winter sehen willst. Lediglich bei der Fütterung fliegen die Enten gerne und das kann dann schon einmal dauern. Viele sind auch einfach faul und schwimmen zum Fütterer.

2. Schnelle Verschlusszeiten:

Ich habe es diesmal gemerkt, je schneller die Verschlusszeit, desto besser werden die Bilder der Enten. Ich selbst habe diesmal darauf geachtet, nicht unter 1/500s zu kommen. Für manche Bilder war es dennoch zu langsam. Falls ihr kein sehr lichtstarkes Objektiv habt, müsst ihr leider die Iso etwas anheben, was mit heutigen Kameras allerdings kein Problem sein sollte. Meine Bilder sind mit Iso 1250 geschossen und sehr brauchbar.

3. Bequemes Plätzchen:

In den Stadtparks ist es sehr einfach ein bequemes Plätzchen nahe den Enten zu finden. Dort gibt es überall Bänke, auf denen man sich hinsetzen kann. In anderen Gebieten kann es aber nicht so schön zugehen und deshalb solltest du schauen, ob du vielleicht so einen kleinen Fischerstuhl mitnimmst. Ist auf Dauer angenehmer als ständig zu stehen und du hast eine bessere Auflage auf deinen Knien, um nicht zu verwackeln. Verwendest du ein Stativ, dann verwackelst du natürlich noch weniger, aber ich bin bei Entenfotografie kein Freund von Stativen.

4. VR bzw. IS:

Ich selbst habe es immer abgeschalten, wenn ich eine schnelle Verschlusszeit benötige, da der VR doch etwas an Zeit schluckt und eventuell auch zu unscharfen Bildern führen kann bei so schnellen Verschlusszeiten. Ich habe es auch schon mit VR versucht, jedoch auch keine besseren Ergebnisse erzielt.

5. Raw vs. Jpeg:

Ich selbst bin ein Raw-Typ und fotografiere eigentlich alles in Raw. Bei Enten oder Tieren mit viel Bewegung komme ich allerdings davon ab, da ich einfach mehr Bilder in Folge schießen kann, wenn ich in Jpeg fotografiere. Da die Nachbearbeitung nicht so drastisch ausfällt, wie bei meinen Landschaftsfotos bin ich damit besser bedient.

6. Viel Glück:

Das gehört natürlich auch dazu. Wenn man zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, den Auslöser drückt hat man einfach Glück. Man kann es nicht anders sagen. Es gehört einfach dazu und man sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn man einmal keine gelungenes Foto zurückbringt.

7. Ahnung über das Verhalten:

Ich selbst habe mich noch nicht wirklich mit dem Verhalten der Tiere beschäftigt, aber es könnte durchaus hilfreich sein, zu wissen, wie sich die Tiere verhalten. Eins habe ich schon festgestellt. Wenn die Tiere sich komplett nass machen und auf dem Kopf und den Federn Wasserperlen sind, dann versuchen sie diese ziemlich schnell wieder abzuschütteln. Also aufpassen!!

Entenpark

So, dass wars jetzt erstmal mit ein paar kleinen Tipps. Zum Abschluss vielleicht noch: Lasst euch nicht entmutigen von der mageren Ausbeute, die ihr vielleicht mit heimbringt. Bei mir sind meisten zwischen 90-95% der Bilder Ausschuss, da die Enten doch nicht wirklich scharf geworden sind oder ich einfach zu langsam war. Einfach immer weiter machen und vielleicht auf schönes Wetter hoffen, da macht es zum einen mehr Spaß und im Winter ist es dann doch nicht so kalt!