Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.
In letzter Zeit habe ich selten meine Kamera in die Hand genommen denn irgendwie hatte ich nicht wirklich Lust auf Fotografieren. Nach meiner Fotoreise nach Wales war ich betrübt, dass ich nicht an einer Küste wohne oder direkt vor der Haustüre eine herrliche Landschaft habe, die ich unbedingt ablichten möchte. Doch dann hat mein Schatz etwas mit nach Hause gebracht und die Betrübtheit war verschwunden. Diese Rosen haben sofort das Feuer der Fotografie wieder in mir entflammt und ich wollte sie einfach nur ablichten.

Nikon D700* | Nikon 85 mm* | f/1.8 | 1/400s | ISO 800
Diese Rosen blühen herrlich und erfreuen mich jeden Tag aufs neue wenn ich sie sehe. Nun habe ich sie festgehalten, um immer wieder daran erinnert zu werden, dass es nicht darauf ankommt wo man wohnt und was man alles lieber vor seiner Haustüre hätte. Überall gibt es tolle Dinge, Orte und Menschen die man ablichten kann – man muss es nur tun!
Ich habe jetzt wieder neue Energie getankt und werde wieder mehr mit der Kamera unterwegs sein. Auch wenn an manchen Tagen nichts dabei herumkommt, so hat es sich sicherlich gelohnt einfach nur die Kamera verwendet zu haben. Es gibt immer Momente bei denen es sich lohnt auch nur draufzuhalten und Bilder zu machen. Erinnerungen an das hier und jetzt, festgehalten in einem Foto. Was möchte man als Fotograf mehr? Die Anerkennung von anderen? Das perfekte Foto? Das beste technische Equipment?
Ich für meinen Teil kann all dies damit beantworten: Es ist mir egal.
Die Anerkennung von anderen war mir in der Vergangenheit immer viel zu wichtig. Viel zu oft habe ich versucht Bilder zu machen, die anderen gefallen und die mir Lob dafür aussprechen wie toll das Foto doch sei. Dabei habe ich aber immer wieder vergessen, dass ich das Foto mache damit es mir gefällt und ich es an meine Wand hängen kann. Da ist es mir doch eigentlich egal wie viel Millionen von Menschen das Foto schlecht finden, denn ich bin damit zufrieden. In den ganzen Communitys hat man seine Anhänger die immer nur “Klasse Bild”, “Toll gemacht” oder ähnliches verkünden. Dadurch kann man nicht wachsen und wirkliche Anerkennung ist es auch nicht. Es ist einfach nur ein kurzer Kommentar bei dem man nicht einmal weiß, ob sich der Betrachter überhaupt mit dem Motiv auseinandergesetzt hat. Das ist mir ab sofort alles egal! Ich fotografiere für mich und weil es mir Spaß macht. Wenn die Bilder zusätzlich noch jemandem gefallen, dann freut es mich natürlich aber es ist mir nicht so wichtig das sie jemandem außer mir gefallen.
Ein perfektes Foto gibt es meiner Meinung nach nicht, denn jeder hat etwas an einem Foto zu bemängeln. Unter anderem deshalb, weil jeder Mensch ein anderes subjektives Empfinden von Perfektion hat. Für die einen ist es die Schärfe in einem Foto, für andere das Motiv. Für mich ist ein perfektes Foto das, welches mir gefällt und wo ich stundenlang draufschauen könnte. Da mag es noch so unscharf sein oder das Motiv für andere noch so langweilig. Ich verbinde damit ganz andere Gefühle und eine ganz andere Situation wie jeder Betrachter.
Und das technische Equipment… Ihr glaubt gar nicht was alles bei mir im Schrank rumsteht nur weil ich dachte, dass ich das alles brauchen würde. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Techniknerd und liebe das ganze Zeug, aber dennoch habe ich die letzten Tage reflektiert ob ich das auch wirklich alles benötige. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass jedes Teil meines Equipments seine Daseinsberechtigung hat, jedoch kommen manche Dinge viel zu selten zum Einsatz und es klappt dann irgendwie auch ohne diese, das “perfekte” Foto festzuhalten. Ich habe sicherlich nicht überall das beste Equipment, aber für meine Belange reicht es üppig aus und ehrlich gesagt bin ich satt! Ich brauche nichts mehr um Fotos zu machen, zumindest aus der Sicht als Fotobegeisterter. Der Techniknerd wüsste da sicherlich noch ein paar Dinge.
Jetzt ist das alles hier eigentlich mehr Text geworden als ich gedacht habe und ich hoffe ihr seid dabei nicht eingeschlafen. Ich wollte euch einfach nur ein paar Gedanken schreiben, die mich bei der Wiederentdeckung meiner Leidenschaft begleitet haben. An dieser Stelle möchte ich auch vor allem noch einmal meiner Freundin danken, die wahrscheinlich unbewusst der wichtigste Auslöser war, dass ich meine Leidenschaft wiederentdeckt habe.
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Mein Name ist Bernd und ich bin leidenschaftlicher Hobby-Fotograf. In den 434 Artikeln meines Blogs dreht sich alles um Fotografie, Apple und Design. Wenn dir mein Blog gefällt, abonniere doch meinen 
