Interessante Frage: Wieviel Bildbearbeitung machst du?

Bei Ronny von Blogtimes habe ich einen interessanten Artikel aufgeschnappt, indem er seine Meinung zur Bildbearbeitung in der digitalen Fotografie kund gibt. Ich finde seine Ansicht sehr interessant und möchte ein paar der Aspekte aufgreifen und ebenfalls meine Meinung dazu äußern.

Wieviel Bildbearbeitung machst Du?

Das ist die Frage, die Ronny öfters beantworten muss und so wie er sehe ich das auch. Ich mache soviel, bis MIR das Bild gefällt. Es gibt viele Fotografen, die sagen, dass sie keine Bildbearbeitung machen, sondern alles gleich bei der Aufnahme berücksichtigen. Ist mir auch schon öfters gesagt worden und ich halte diese Aussage für Quatsch.

Man kann nicht immer alles perfekt bei der Aufnahme machen. Es gibt vieles was man schon beim Fotografien berücksichtigen kann, aber wenn man alles berücksichtigen wollte, dann würde einem die Zeit fehlen oder das Motiv weglaufen :-)

Meiner Meinung nach gehört zu jedem Bild, welches man jemandem zeigen möchte ein bisschen Bildbearbeitung hinzu. Ein bisschen am Weißabgleich drehen, die Färbung anpassen, etwas nachschärfen oder einfach nur den Kontrast erhöhen. Diese Schritte sind in nicht einmal 5 Minuten erledigt und können das Ergebnis und den Wow-Effekt bei den Betrachtern enorm steigern. Und wenn dann mal ein Bild dabei ist wo das alles nicht notwendig ist, dann freut man sich darüber! Aber es gibt sicherlich auch noch unzählige Fotos, die man selbst nicht sooo überzeugend findet.

Und wieso sollte man heutzutage seine Bilder nicht bearbeiten? Nur weil man digital fotografiert und das Ergebnis gleich auf dem Mäusekino betrachtet und beurteilt? Früher war die Diskussion um Bildbearbeitung nie ein Thema. Analoge Fotografen haben in ihrer Dunkelkammer auch Bildbearbeitung betrieben. Zwar war diese nicht so destruktiv und einfach wie die heutige, aber ist das ein Grund keine Bildbearbeitung mehr anzuwenden? Ich denke nein! Die Technik entwickelt sich weiter und warum soll man diese Möglichkeiten nicht ausschöpfen?

Klar gibt es immer wieder genug Gegenbeispiele, bei denen die Bildbearbeitung das Bild eher verschlimmbessert hat. Aber auch solche Bilder braucht man, denn genau daran erkennt man wo man selbst seine Grenze setzt und was einem dann nicht mehr gefällt. Und wenn man es selbst mal ein bisschen übertrieben hat, dann setzt man alles wieder zurück und fängt von vorne an, nur ohne die selben Fehler nochmals zu begehen.

Wieviel Bildbearbeitung mache ich?

Ich selbst bin erst durch die Bildbearbeitung zur digitalen Fotografie gekommen. Ich weiß dass das sehr komisch klingt da man meist anders herum beginnt, aber mir hat es schon immer Spaß gemacht Bilder in Photoshop zu optimieren, andere Ausschnitte zu wählen oder Bilder komplett anders aussehen zu lassen. Irgendwann hatte ich dann aber keine Lust mehr nur Bilder von anderen zu bearbeiten und habe mit der Fotografie begonnen. Und jetzt bin ich ein kleine Fotojunkie geworden :-)

Ich gebe zu, dass ich vielleicht etwas anders mit der Fotografie umgehe und nicht alles gleich in die Aufnahme mit einfließen lassen was möglich ist. Aber ich habe genausoviel Spaß daran meine Bilder anschließend mit Photoshop oder Lightroom zu bearbeiten, wie bei dem Erstellen der Aufnahme selbst.

Es kann schonmal vorkommen, dass ich mehrere Stunden an einem Bild rumbastel und hinterher ist das Ergebnis immernoch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber während ich an dem Bild rumspiele, lerne ich immer mehr Funktionen und neue Techniken kennen, die bei anderen Bildern vielleicht viel bessern wirken. Im Prinzip ist es bei der Bildbearbeitung wie in der Fotografie. Es gibt viele Funktionen und bis man diese alle ausprobiert hat vergeht viel Zeit. Aber es macht auch verdammt viel Spaß neue Funktionen auszuprobieren und kennenzulernen!

Im Schnitt bearbeite ich meine Bilder meistens zwischen 5 und 10 Minuten. Das reicht locker aus und gerade in Lightroom kann ich mir ein paar Vorlagen erstellen, die mir einen Teil der Bildbearbeitung abnehmen. Sehr oft passen diese auch gut auf andere Bilder und ich korrigiere nur noch minimal die Einstellungen. Sollte ich doch mal etwas außergewöhnliches mit einem Bild machen wollen oder die Bearbeitung muss perfekt sein (inkl. Retusche, etc.) dann kann es auch mal bis zu 1 Stunde oder länger dauern bis das Bild fertig ist.

Was ich aber eigentlich sagen will:

Es ist egal, wie ihr zu euren Bildern kommt und wieviel ihr sie bearbeitet. Letztenendes müssen die Bilder EUCH gefallen. Ob die fertigen Fotografien aus der Kamera das richtige sind oder die bearbeiteten Bilder aus Photoshop, Gimp und wie sie alle heißen. Es sind eure Bilder und niemand anderem sollen sie gefallen. (Gilt natürlich nur bedingt, denn wenn ihr auf Auftrag fotografiert sollten sie dem Kunden auch gefallen)

Und um euch zu zeigen, was ich teilweise aus meinen Bildern mache bzw. wie diese aus der Kamera aussehen, gibt es hier einen Vergleich:

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Und wem das noch nicht reicht, der kann gerne noch ein bisschen auf meinem Blog herumstöbern und die Tutorials anschauen oder die Vorher-Nachher-Artikel durchlesen.

Abschließend noch die Frage an euch: Wie seht ihr das mit der Bildbearbeitung? Wieviel Aufwand steckt ihr dort rein?

1 Kommentar zu “Interessante Frage: Wieviel Bildbearbeitung machst du?”

  1. Fr-Dr (1 comments):

    10.12.2011 um 08:40


    Wieviel ich bearbeite, hängt von der Verwendung des Bildes ab. Bei “Gebrauchsfotos”, die z. B. zur Bestimmung von Pflanzen dienen, arbeite ich zumeist nur am Kontrast oder stelle frei. Wenn es künstlerisch sein darf, dann spiele ich gerne mit der selektiven Farbkorrektur.

    Mehr als 5 Minuten verwende ich dafür zumeist nicht.

    Auch ich war übrigens mit Photoshop per Du, lange bevor ich selbst eine Kamera in die Hand genommen habe.

    Viele Grüße von Frau-Doktor