Reduzierung des Informationsoverloads aus dem Web 2.0

Seitdem ich mit dem Bloggen angefangen habe, bin ich begeistert von den Möglichkeiten des Web 2.0! Vor dem Bloggen habe ich kaum etwas im Web 2.0 unternommen und war wenn überhaupt bei einem sozialen Netzwerk angemeldet. Als ich dann für ein paar Monate nach USA ging, hat sich das drastisch verändert. Dort wird man quasi automatisch zum Facebook-User. Jeder der Arbeitskollegen und Freunde hat einen Facebook-Account und darüber werden viele Verabredungen getroffen. Ich habe mich also auch dort angemeldet und dann ging die “Sucht” nach mehr Web 2.0 Techniken los.

Die Sucht nach Web 2.0 und Social Media

Nachdem ich mich bei Facebook angemeldet hatte, bekam ich eine Menge an Freundschaftsanfragen. Überwiegend amerikanische, aber nach und nach auch deutsche Freunde. Begeistert war ich von dieser Möglichkeit des Netzwerkens und des Informationsaustauschs über die Statusmeldungen.

Nachdem ich dann meine ersten Schritte in Facebook getan hatte, bin ich immer mehr auf Blogs aufmerksam geworden. Ich hatte zwar schon öfter davon gehört und auch einige gelesen, aber nie so wirklich genutzt. Nach einer Weile habe ich dann diverse Fotografie-Blogs in meinem RSS-Reader abonniert, den ich zuvor nie nutzte. Es war für mich ein tolles Highlight des Web 2.0! Immer auf dem neuesten Stand, ohne die entsprechende Website zu besuchen.

Nach einer Weile habe ich dann selbst begonnen zu bloggen. Ich wollte ebenso wie andere meine Informationen und Gedanken weitergeben und habe schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass es sehr viel Spaß macht zu schreiben. Auch habe ich natürlich gleichmal meine ganzen Profile verlinkt und einen RSS-Feed eingebaut. Viele Besucher haben mich schon in einem Netzwerk hinzugefügt oder meinen Feed abonniert. Es macht Spaß sich zu vernetzen!

Vor knapp einem Monat habe ich mich dann intensiv mit Twitter beschäftigt und auch dieser Dienst ist klasse. Viele Informationen in kurzen Nachrichten. Hinweise auf interessante Links und neue Möglichkeiten des Austauschs.

Doch nun habe ich für mich festgestellt, dass die Möglichkeiten des Informationsaustauschs und Netzwerkens zwar super sind, aber auch einen großen Nachteil mit sich bringen. Es kommt immer mehr zu einem Informationsoverload. Es vergeht kaum eine Sekunde, in der man nicht immer die neusten Blog-Artikel lesen, die letzten Status-Updates verfolgen oder die neuesten Tweets lesen will.

Das Gehirn ist dadurch total überfordert. Es kommt zu Ablenkungen. Man vernachlässigt Arbeit oder kann sich nur schwer auf Dinge konzentrieren.

Um das ein bisschen zu verdeutlichen gibt es hier ein paar Zahlen zur Nutzung von Facebook & Co.:

Anzahl User Web 2.0 und Blogs

Nutzung von Social Media und Blogs


Bei mir sind es zwar nicht soviele Status-Updates, Tweets und Blog-Artikel, aber dennoch werden soviele Informationen verbreitet, die das Gehirn nicht verarbeiten kann oder von denen man einfach nur abgelenkt wird. Ich habe mir also vorgenommen etwas gegen diesen Informationsoverload zu unternehmen.

Reduzierung der Informationen des Web 2.0 auf das Wesentliche

Da ich diese Ablenkung auf Dauer nicht gut finde und auch dadurch schon das ein oder andere vernachlässigt habe, habe ich mich die letzte Woche daran gemacht und mal ein bisschen aufgeräumt und umstrukturiert. Die Tools des Web 2.0 bieten soviele Möglichkeiten strukturiert an die Informationen zu gelangen und unnötigen Ballast einfach auszublenden. Die unwichtigen Informationen kann man dann in einer ruhigen Stunde gesondert durchackern oder man vergisst sie einfach.

Wie oben beschrieben verwende ich RSS-Feeds, Facebook & Co. und Twitter. In jedem dieser Tools kann man für Ordnung sorgen und gezielt die Informationen filtern, die für die Arbeit, den Blog oder das Hobby wichtig sind und vielleicht auch gerade für die anstehende Aufgabe gebraucht werden.

1. Optimierung der Facebook-Statusupdates:

Auf der Startseite von Facebook werden alle Statusupdates der Freunde gepostet, sowie irgendwelche Freundschaften die sie geschlossen haben oder sonstige Informationen (z.B. Spiele oder Apps, die sie verwenden). Ich habe mich die letzten Tage durch die Pinnwand gewühlt und zuallererst jegliche Applikationen und Spiele geblockt, da diese Informationen für mich irrelevant sind. Anschließend habe ich Status-Updates verdeckt, die mir keinen Mehrwert versprechen (z.B. Gehe ins Bett, etc.)! Ebenso habe ich die Leute verborgen, deren Updates die letzten paar Wochen nicht interessant waren. Meistens waren das nähere Bekannte, mit denen ich überwiegen durch private Nachrichten kommuniziere.

Somit war die Pinnwand schon mal sauber und ich sehe nun nur noch die Informationen, die auch einen Mehrwert bringen. Falls doch einmal etwas Interessantes verborgen sein sollte, so ist das nicht weiter schlimm. Über andere Kanäle erfährt man das dann schon wieder.

2. Aufräumen des RSS-Feed-Readers:

Als nächsten Schritt bin ich meinen RSS-Feed-Reader durchgegangen. Dort habe ich folgende Blogs entfernt:

  • Schon seit über 4 Wochen keinen neuen Beitrag mehr.
  • Gekürzter Feed, der keinerlei Informationen beinhaltet, die mich zu einem Klick auf den Weiterlesen-Link bewegen können.
  • Inhalt der letzten 20 Beiträge war uninteressant bzw. hat keinen Mehrwert gebracht (keine Inspiration, Neuigkeit, Information).

Nachdem diese Blogs entfernt waren, gab es richtig Luft und ich habe dann begonnen meinen Feed-Reader zu strukturieren. Dabei habe ich unterschiedliche Ordner angelegt und den entsprechenden Ordnern die Blogs zugewiesen. Die Ordner sind dabei nach Themen und Interessen sortiert und aufgebaut (z.B. Fotografie, Technologie, Apple, Business). Das macht die ganze Sache sehr übersichtlich und ich kann gezielt spezielle Themen-Artikel durchstöbern.

3. Strukturierung der Twitter-Nachrichten:

Ebenso wie bei den RSS-Feeds habe ich auch Twitter in Kategorien strukturiert. Twitter bietet die Möglichkeit, sich Listen anzulegen in die man einzelne Personen ablegen kann. Auch hier habe ich die Listen wieder nach Themen aufgebaut, ähnlich denen aus dem Feed-Reader. Dadurch kann ich gezielt die Nachrichten durchgehen, die gerade im Moment einen Mehrwert versprechen. So lese ich z.B. die Fotografie-Tweets, wenn ich gerade Luft habe oder Inspiration benötige.

Setzten von Prioritäten für Informationen

Nachdem die Informationsflut einigermaßen eingedämmt wurde, geht es weiter mit der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Ich selbst bin zunächst der Sucht erlegen, Informationen in mich aufzusaugen. Auch solche, die keinerlei Bedeutung hatten. Nun sehe ich die Sache anders.

Das Web 2.0 bietet mir ein großes Angebot von Informationen und ich wähle mir nun die Sachen aus, die ich im Moment gerade für meine Aufgaben benötige. Alle anderen Informationen, die zwar interessant sind aber gerade nicht zum Thema passen, lege ich in meinen Favoriten ab oder speichere sie mir für später. Dadurch kann ich effektiv meine Aufgaben verfolgen und beenden und anschließend die nächste angehen.

Fazit nach den ersten Tagen der Umstellung

Die Strukturierung und Aufräumaktion hat schon einen Mehrwert mit sich gebracht. Ich verbringe wesentlich weniger Zeit mit unwichtigen Nachrichten und nehme so die wichtigen Informationen viel besser auf. Der Zeitgewinn ist enorm und auch die Auswirkung auf die Konzentration und Arbeit sind bereits bemerkbar. Ich werde diese Linie auf jeden Fall beibehalten und den ganzen Informationsoverload versuchen einzudämmen. Denn eigentlich sehe ich Web 2.0 und Social Media als Instrument, mit dem ich mein Wissen erweitern und meinen Nutzen, den ich aus diesem Wissen generieren kann, erhöhe.

Wie geht ihr mit der Informationsflut um? Strukturiert ihr euch ebenso wie ich oder habt ihr andere Mittel/Herangehensweisen? Oder seht ihr die Sache vielleicht anders und empfindet gar keinen Informationsoverload? Lasst uns diskutieren!

2 Kommentare zu “Reduzierung des Informationsoverloads aus dem Web 2.0”

  1. Mac_BetH | :

    17.08.2010 um 22:10


    Ja, das Thema Informationsflut, damit muss sich jeder rumärgern, der sich mit der Welt Internet und seinen Medien etwas genauer beschäftigt.

    Aber manchmal heißt das einfach auch mal , weniger ist einfach mehr! Dann werden die aufgelaufen Artikel im RSS Reader mal komplett gelöscht! Sorry, thats life!

    Das mit diesem Facebook Statusupdate, das kannte ich noch nicht, vielen Dank für den HInweis! ;-)

    Gruß
    M

  2. Bernd Hoffmeier:

    18.08.2010 um 17:12


    @Mac_BetH: Ja da kann ich dir nur recht geben. Einfach hin und wieder eine Radikalkur wenn es zuviel wird :-)